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BAUHAUS QUELLEN ZUM DOWNLOAD

meister

mein persönlicher beitrag zu #bauhaus100 und darüber hinaus: (fast) alle bauhausbücher und bauhaus zeitschriften in einem virtuellen bücherregal – mit der möglichkeit, die quellen für die private nutzung herunterzuladen und selbst in betracht zu nehmen. dazu beiträge von bauhäuslern und zeitzeugen oder anderer content im kontext.

 

angenehme lektüre wünscht andrea riegel

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BAUHAUS MANIFEST 1919

Das Bauhaus erstrebt die Sammlung alles künstlerischen Schaffens zur Einheit, die Wiedervereinigung aller werkkünstlerischen Disziplinen – Bildhauerei, Malerei, Kunstgewerbe und Handwerk – zu einer neuen Baukunst als deren unablösliche Bestandteile. Das letzte, wenn auch ferne Ziel des Bauhauses ist das Einheitskunstwerk – der große Bau, – in dem es keine Grenze gibt zwischen monumentaler und dekorativer Kunst.​

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STAATLICHES BAUHAUS IN WEIMAR 1919–1923

Wassily Kandinsky, Postkarte Nr. 3 Bauhaus-Ausstellung Weimar, 1923. @philamuseum
Staatliches Bauhaus Weimar 1919–1923 Titel: Herbert Bayer
Haus am Horn, Weimar. Architekt: Georg Muche. Wikipedia

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BAUHAUS UND BAUHAUSWOCHE WEIMAR​

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Nach dreieinhalbjährigem Bestehen rief das staatliche Bauhaus zu Weimar die Zeitgenossen, um seine Existenzberechtigung durch sein Wollen und seine Leistung auszuweisen.

 

Achtung ist ihm im vornherein gesichert, denn es bedeutet mehr als gewöhnliche Triebkraft im heutigen, ganz von der Not des Augenblicks aufgesogenen Deutschland, trotz karger Unterstützungen, trotz des billigen Gelächters oder böswilliger Angriffe der Rückwärtssehenden, und, nicht zuletzt, trotz der individualistischen Komplikationen im eigenen Schoss, unbeirrt nach den neuen Grundlagen der Formung zu suchen, die unumgänglich sind, soll einmal eine Versöhnung der künstlerischen Triebe im Menschen mit der Industrie erfolgen. […]

 

Das Bauhaus will auf ganz breiter Front die formschaffenden Gebiete in sich schliessen, von der Druckerei, Weberei, Keramik bis zur Bühnentechnik, Malerei, Plastik und Architektur. Es verlangt von jedem Schüler handwerkliche Tätigkeit und Ablegung der öffentlichen Gesellenprüfung, wie sie vom gewöhnlichen Lehrling gefordert wird. Das Bauhaus will gar nicht Handwerker ausbilden, sondern schöpferische Auslese, allein diese schöpferisch Begabten sollen von Anfang an das Material selbst in Händen haben und dienen, wie jeder Handwerker dient.

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Tischlerei Bauhaus Weimar
Holzbildhauerei Bauhaus Weimar

Die Werkstätten selbst sollen keine Versuchslaboratorien sein, sondern wirtschaftlich produktiv arbeiten, tatsächliche Aufträge ausführen. So braucht der Lernende das Material nicht zu kaufen, während andererseits das Bauhaus das erste Verfügungsrecht über die Arbeiten hat. Es ist sogar nach einiger Zeit Möglichkeit geboten, sich durch eigene Arbeit selbst zu erhalten. Mit der Geniezüchtung der alten Akademie, die aus der krampfhaften Individualitätssucht jedes Zöglings zu erklären ist, soll endgültig aufgeräumt werden. An Stelle der individuellen Formauffassung soll der Schüler die Grundelemente, die im Verhältnis der Farben zueinander, im Ausdruck lapidarer Formen liegen, erkennen lernen.

 

 

So zeigt die Ausstellung den Lehrgang systematisch aufgereiht, den Klee in der Bedeutung der Form und Kandinsky in der Untersuchung der Farbwerte erteilt. Wollte man neue Grundlagen, so musste man einmal ganz von vorn anfangen und versuchen, dem Material selbst seine Gesetze abzulauschen. Aus diesen Grundelementen und mit ihnen entstehe die schöpferische Gestaltung.

 

Sigfried Giedion

TISCHLEREI

HOLZBILDHAUEREI

Glasmalerei Bauhaus Weimar
Steinbildhauerei Bauhaus Weimar

GLASMALEREI

STEINBILDHAUEREI

Wandmalerei Bauhaus Weimar
Metallwerkstatt Bauhaus Weimar

WANDMALEREI LAGERRAUM

METALLWERKSTATT

Weberei Bauhaus Weimar
Druckerei Bauhaus Weimar

WEBEREI

DRUCKEREI

Töpferei Bauhaus Weimar

TÖPFEREI

DIE BAUHAUSBÜCHER 1925–1930

DIE BAUHAUS LEHRE​

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Das Bauhaus ist vor allem als Keimzelle des heute »Design« genannten Produktbereichs bekannt und wirksam geworden. Walter Gropius strebte mit seiner 1919 in Weimar gegründeten Kunstschule jedoch weit mehr an. Das ihr zugrunde gelegte Konzept einer umfassenden ästhetischen Erziehung zielte darauf, die Hierarchie zwischen »hohen« und »niederen« Künsten abzuschaffen und auch die verschiedenen Gattungen im »Bau« wieder zur Einheit zu führen. Die Studierenden sollten sowohl künstlerisch als auch handwerklich ausgebildet werden. Damit stellte sich das Bauhaus in die romantische Tradition der Gesamtkunstidee, die jene alte, durch die Industrialisierung verloren gegangene Einheit der handwerklich-technischen und künstlerischen Produktion wiederherzustellen suchte, welche im mittelalterlichen Dom- und barocken Schlossbau einst selbstverständlich gewesen war. Warum aber waren die ersten Bauhauslehrer nicht Architekten und Kunsthandwerker, sondern Maler? Regine Prange, 2001.

 

Regine Prange über das Bauhaus

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Das Bauhaus war eine Schule. Zahlreiche Autoren, nachdem sie diese Tatsache erwähnt haben, neigen dann dazu, sie zu vergessen. Wenn so viele Bäume gezählt werden, verschwindet der Wald. Man redet endlos über die Menschen, ihre Werke, ihre Vorfahren und Nachkommen, man zeigt das unvermeidliche konzentrische Schema des Studienganges, aber man ist sehr diskret über die Institution. [...] Es sieht so aus, als ob man sich sträuben würde, die gemeinen und unwichtigen Details des Lebens einer Lehranstalt wahrhaben zu wollen. Diese Verhalten bestärkt die Idee, dass es im Bauhaus ein Stück Wunder gäbe.

 

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PAUL KLEE​

​Heute hielt ich mein erstes Kolleg, und es ereignete sich der ausserordentliche Fall, dass ich zwei Stunden frei mit den Leuten sprach. Klee an seine Frau Lily, 1921

BILDNERISCHE FORMLEHRE

Notizen aus dem Unterricht in Weimar

Paul Klee – Bildnerische Formlehre – Die rote Spirale – BF 114
Paul Klee – Bildnerische Formlehre, ZPK Bern
Paul Klee – Bildnerische Formlehre – Die bewegte Form – BF 117 ZPK Bern

​ich schicke voraus 

dass niemand den Fisch des Columbus entdeckte

BILDNERISCHE GESTALTUNGSLEHRE

Die Bestimmung von reinrot ist schwerer als die Bestimmung der beiden anderen farbigen Elemente. Nachdem also reinblau und reingelb fester stehen als reinrot, so richte man reinrot so ein, dass es einerseits mit reinblau ein gutes Violett und anderseits mit reingelb zusammen ein gutes grün. 

 

Dann ist schon viel gewonnen.​

Bildnerische Gestaltungslehre: I.2 Principielle Ordnung, BG I.2/157. Quelle Zentrum Paul Klee Bern

Die Diametral-Kontraste sind auf dem Erfahrungsweg, der Einrichtung und Beeinflussung in Bezug auf die Gegenfarbe auf das Auge festzusetzen. Wenn dann z.B. zu Rot ein Grün festgestellt werden sollte, das nicht ganz das Grün zwischen Gelb und Blau ist, so ist das ein geringeres Unglück, als die Vier- bzw. 8-Teilung des Kreises.

 

Die tut wirklich weh!​

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Paul Klee – Bildnerische Gestaltungslehre, I.4 Gliederung, PolPaul Klee – Bildnerische Gestaltungslehre, I.4 Gliederung, Polyphonie, BG I.4/129 ZPK Bernyphonie, BG I.4/129 ZPK Bern

UNTERRICHT BEI KLEE

 

Im zweiten Semester, das heißt im ersten Werkstattsemester, begann der Unterricht bei Paul Klee und wurde auch im folgenden Semester fortge­setzt. Klee redete sehr wenig. 

 

Er zeichnete Skizzen an die Wandtafel und gab kurze Erläuterungen dazu. Wir kopierten diese Skizzen, die die Grundlage bildeten für Auf­gaben, die wir dann zu Hause aus­zuführen hatten. In seiner Kritik bemühte sich Paul Klee immer, unsere Absichten zu verstehen, gab dazu kurze Anregungen und ermunterte uns, unsere Ideen weiterzuentwickeln. In seinem Unterricht behandelte er die Gesetzmäßigkeit der Fläche sowie die Beziehungen der Formen und Farben zueinander.

 

Für uns Weberinnen waren seine Ausführungen außerordentlich wichtig, da sie uns halfen, das allzu Spieleri­sche in unseren Entwürfen zu überwinden und strengere Kompositionen zu machen.

 

Wegen seiner oft allzu kurzen Erläuterungen hatten wir Mühe, die volle Bedeutung seiner Gedanken zu erfassen, und diese ging uns erst später bei der praktischen Berufsarbeit auf. Außer dem eigentlichen Unterricht fanden von Zeit zu Zeit Besprechungen der Weberinnen statt, bei denen unter Leitung von Klee die ausgeführten Stoffe kritisch betrachtet wurden.

 

Lena Meyer-Bergner, 1978

Unvergesslich ist es, wie er ein kompliziertes Thema wie das der Polyphonie, die er als simultanes, mehrdimensionales Phänomen bezeichnete, an der Wandtafel erläuterte; in jeder Hand eine andersfarbige Kreide, mit beiden Händen sicher zeichnend und schreibend. 

 

Helene Schmidt-Nonné

ERINNERUNGEN 

Lothar Schreyer, Titel Erinnerungen an Sturm und Bauhaus

BLICKPUNKT 

Georg Muche, Das Versuchshaus 1923

WALTER GROPIUS

ISE GROPIUS

testament april 33

verbrennt mich, aber fordert die asche nicht zurück! die schlackenpietät ist eine halbe sache; weg damit!

tragt auch keine trauer! 

es wäre schön, wenn alle meine freunde und freundinnen der gegenwart und vergangenheit ein bisschen später zusammen kämen  zu einem fest à la bauhaus – trinkend, lachend, liebend.

ich mache dann sicher mit – mehr als im leben!

es ist fruchtbarer als grabreden! 

liebe ist der inbegriff!!

Ise, die ich am meisten geliebt habe, bitte ordne und verwalte meinen geistigen nachlass, soweit materielles vorhanden ist, handle nach deinem ermessen! 

denk an Ati, die ich liebe! (juni 1948)

GUNTA STÖLZL​

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Weimar, Herbst 1919. Was fand ich vor? Eine kleine Gruppe von Studierenden, mehr Männer als Mädchen. Ein großes Gebäude mit Ateliers, die zum Teil von der alten Akademie belegt waren, daneben große leere Räume, ein Werkstattgebäude, eine Kantine, ein Atelierhaus für Studierende, jedoch nur für Männer. Zimmersuche war nicht schwer. Wo aber konnte man arbeiten? Zu welchem Handwerk fühlte man sich hingezogen?​​

BAUHAUS DESSAU 1926–1932

Bauhausgebäude Dessau, Haupteingang am Eröffnungstag, 04.12.1926, Photothek © Harvard Art Museums

Am 4. Dezember 1926 wurde das Bauhaus in Dessau in einfacher und würdiger Weise der Öffentlichkeit übergeben.

 

Eine ungewöhnlich große Zahl von Gästen aus allen Teilen Deutschlands gab dem Tage schon rein äußerlich die Bedeutung, die ihm ohne Zweifel geschichtlich als sichtbares Zeichen auf dem Wege zu neuer Lebensgestaltung zukommt. Erwartung und Sehnsucht durften nicht nur die Energie einer Tat anerkennen, der wenig an die Seite zu stellen ist, sondern auch bereits eine Form, die über alle möglichen kleinlichen Bedenken, die da und dort laut wurden, weil sich erhebt. So hat auch die berüchtigte Streitfrage »Sachlichkeit« oder »Romantik« wenig Bedeutung gegenüber dem Willen und der Gestaltungskraft, die hier zum Ausdruck kommen.

 

Dies Haus ist ein sichtbares Zeichen der Hingabe an die Umwelt, es will, wenn ich seinen Sinn recht verstanden habe, nur dienen. Dienen dem Leben, das es umfängt, dem Werk, das von ihm ausgeht. Dies Leben, diese Funktion, dies Werk will es sichtbar hinausstellen. Möge das Licht und die Klarheit, die dem Bau in ungewöhnlicher Weise untrennbar verbunden sind, Symbol und Anreger werden für die Arbeit, die von ihm ausgeht. Die kostbarste Aufgabe steht noch bevor. Wir hoffen und wünschen, daß es Gropius und seinen Helfern vergönnt sein wird, zu voller Wirksamkeit zu bringen, was so glücklich eingeleitet wurde.

DIE BAUHAUS ZEITSCHRIFT 1926–1931

wohnungsbau

dessau-törten

stahlhausbau

petersschule

fokus bühne

schlemmer

propaganda

theater total

weißenhof

möbel

meyer

völkerbundpalast

chronik

neubau neuanfang dessau

doppelnummer

albers

interviews

meyer

malerei

reklame

tel aviv

leuchten

anbiet-arbeit

fotografie typografie

kleinwohnung

fokus bühne

oskar

schlemmer

gropius, moholy-nagy​

meyer, kállai

hilberseimer, albers, kandinsky

gesellschaft materialismus

bauen + leben

bach-fuge

architektur

kleinstwohnung filmrhythmus

malerei + film

handwerk +

industrie

junkers

reklame

kinder

architektur

kleinstwohnung albers

typografie

gunta stölzl

paul klee​

VON GROPIUS ZU MEYER 1928

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Ich beabsichtige, meinen bisherigen Wirkungskreis zu verlassen und meine Kräfte in einem durch amtliche Pflichten und Rücksichten nicht beengten Arbeitsfeld zur freieren Entfaltung zu bringen. Das von mir vor neun Jahren gegründete Bauhaus steht heute gefestigt da, was sich in einer zunehmenden Anerkennung des Instituts und wachsendem Andrang von Studierenden ausspricht. [...] Der gegenwärtige Leiter der Bauabteilung Hannes Meyer ist auf Vorschlag von mir und dem Meisterrat des Bauhauses als Nachfolger in Aussicht genommen. [...] Beim Wettbewerb für den Völkerbundpalast in Genf erhielt er einen Preis. Auch durch Arbeiten auf dem Gebiet der Freien Kunst und des modernen Theaters sowie durch verschiedene Publikationen bekannt geworden, folgte er im Frühjahr 1927 dem Ruf ans Bauhaus.

 

BAUHAUS REKLAME

ob tapeten, ob stoffe: bauhaus 33!

 

bauhaus-tapeten und bauhaus-stoffe sind wegweiser des guten geschmacks. sie passen in jedes heim, sind zurückhaltend gemustert und beleben durch freundliche und harmonische farbtöne. qualität und preiswürdigkeit unübertroffen. 

tapetenfabrik rasch bramsche

 

HANNES MEYER

 

VON MEYER ZU MIES 1930

Hannes Meyer teilt mit: »Der bisherige Direktor des Bauhauses Dessau, Architekt Hannes Meyer (welcher wegen seiner marxistischen Gesinnung vom Dessauer Magistrat  durch fristlose Entlassung gemaßregelt wurde), ist von der Sowjetregierung nach Moskau berufen worden in die Zentral-Organi­sation des technisch-industriellen Nachwuchses GLAWPROMKAD.« […]​

Das Bauhaus teilt mit: »Der Lehrkörper des Bauhauses hat in seiner Sitzung am 9. September 1930, an der sämtliche Professoren und  hauptamtliche Lehrer teilnahmen, zu dem Wechsel in der Lei­tung des Instituts Stellung genommen und einstimmig folgenden Entschluss gefasst: In voller Würdigung der Persönlichkeit und der von bestem Wollen getragenen Arbeit des bisherigen Bauhausleiters Hannes Meyer erkennen die Meister an, dass die Entwicklung der Verhältnisse innerhalb des Bauhauses im Interesse der Erhaltung und der gedeihlichen Weiterentwicklung des Insti­tuts einen Wechsel in der Leitung erforderlich machte. Sie sprechen einmütig dem neuen Leiter des Bauhauses, Mies van der Rohe, ihr Vertrauen aus und sind überzeugt, dass unter ihm dem Institut eine fachliche und ersprießliche Arbeit ermöglicht werden wird.«​

Die Presse schreibt: »Gelegentlich der Eröffnung der dies­jährigen Winterveranstaltungen des Kreises der Bauhaus­freunde machte der neue Leiter des Dessauer Bauhauses, Mies van der Rohe, interessante Ausführungen über seine künftigen Pläne. Mit Hilfe seiner Freunde im In- und Ausland will Mies van der Rohe namhafte Persönlichkeiten zu Gastkursen und -übungen im Bauhaus heranziehen. Außerdem soll die Anre­gung aufgegriffen werden, nach dem Vorbilde des Dessauer Bau­hauses ein ähnliches Institut in Amerika ins Leben zu rufen, und einen Austausch von Lehrkräften und Studierenden zwischen dieser und der Dessauer Anstalt einzurichten.«​

DAS BAUHAUS-ENDE IN DESSAU 1932

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Es gehört zu den grotesken Unmöglichkeiten der heutigen kulturellen Situation, dass das Bauhaus unter aktiver und passiver Mitwirkung derjenigen Parteien aufgelöst werden konnte, die sich selbst als sozial, ja als proletarisch bezeichnen. Denn es steht ausser Frage, dass das Bauhaus Dessau weit und breit die einzige Kunstschule war, die gerade mit den Postulaten einer sozialen Kunsterziehung, einer kunstpädagogischen Reform auf Grund der heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse Ernst machte, während fast alle anderen Kunstschulen ein Gewerbe großziehen, dem heute längst jeder tragfähige Boden fehlt! Die Kommunistische Zelle, die unter Hannes Meyer am Bauhaus bestand, scheint für die Stadträte von Dessau das rote Tuch geworden zu sein, obwohl Mies van der Rohe diese Schülergruppe sofort relegiert hat, und als dann Schultze-Naumburg in seiner nachgerade peinlichen Verständnislosigkeit für eine zeitgemäße künstlerische Arbeit sein Verdikt aussprach, da war das Schicksal dieser Schule entscheiden.

 

Joseph Ganter, Die Aufhebung des Bauhauses, "aus": neue stadt, 1932. Quelle: Universitätsbibliothek Heidelberg

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Die Geschichte muss vermerken, dass ein wichtiges Dokument deutschen Schaffens und zugleich eine Ausbildungsstätte von einer unvergleichlichen Eigenart vernichtet worden ist aus rein taktischen, parteipolitischen Erwägungen.​ 

 

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In Weimar aber hat Schulze-Naumburg, als er 1930 von dem damaligen nationalsozialistischen thüringischen Volksbildungsminister zum Direktor der Weimarer Bauhochschule berufen war, die letzte Erinnerung an das Bauhaus ausgelöscht, indem er Schlemmers Fresken in dem Werkstattgebäude der Schule übertünchen liess. Heute erheben reaktionäre Heisssporne sogar die Forderung, das Gebäude, das Walter Gropius in Dessau für das Bauhaus geschaffen hat, niederzureissen! — aber man wird es sich wohl etwas länger überlegen, einen Millionenbau zu vernichten.

 

MoMA NY 1938: BAUHAUS 1919-1928

BAUHAUS IN DER DDR

form + zweck, die »Fachzeitschrift für industrielle Formgestaltung« aus Ost-Berlin veröffentlichte in den 1970er Jahren zwei Spezialausgaben zum Bauhaus.

2. Bauhausheft 3–1979

60 Jahre Bauhaus Weimar 

1. Bauhausheft 6–1976
50 Jahre Bauhaus Dessau

BAUHAUS PRODUKTTYPOLOGIE

Diese Typologie gibt eine Übersicht über wichtige formgestalterische Produkte des Bauhauses. Sie sind chronologisch innerhalb der größeren Entwicklungsabschnitte des Bauhauses geordnet:

 

1919–1923 vorherrschend kunsthandwerkliche Produktion, Phase des Suchens und Experimentierens

1923–1925 Schaffung der Grundlagen für die industrielle Formgebung

1925–1928 Entfaltung der industriellen Formgestaltung in den Werkstätten

1928–1930 verstärkte wissenschaftlich-experimentelle Entwicklungsarbeit

1930–1933 Rückgang der Entwurfsarbeit für die Industrie; Einschränkung des Werkstattbetriebs 

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FRAUEN AM BAUHAUS: KARLA GROSCH

Karla Grosch, Sportschule S. Deutsch, Berlin, 1928,

Ich habe eine kindliche Freude wenn ich fühle, wie ich meinen Körper in der Gewalt habe, wie ich Forderungen an ihn stellen kann, wie er nachgibt, funktioniert, und ich kann mich ganz in seinen Leistungsmöglichkeiten verlieren. 

 

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